Grafikdesign ist überall: auf Plakaten, Verpackungen, Briefmarken, Logos oder in der Gestaltung von Ausstellungen. Wie stark visuelle Kommunikation unseren Alltag und unsere Wahrnehmung beeinflusst, zeigt die Ausstellung „Grafik – Visuelle Gestaltung im Alltag“ im Landesmuseum Zürich.
Anhand ausgewählter Werke aus der umfangreichen Grafiksammlung des Schweizerischen Nationalmuseums macht die Ausstellung sichtbar, wie Gestaltung gesellschaftliche Vorstellungen prägt, Botschaften vermittelt und kulturelle Identitäten formt.
Wie Grafikdesign unsere Wahrnehmung beeinflusst
Der erste Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Wirkung visueller Gestaltung. Historische Plakate und Objekte zeigen, wie Grafikdesign Begehren erzeugen, Stereotype vermitteln und gesellschaftliche Vorstellungen festigen kann.
Dabei richtet die Ausstellung den Blick auch auf problematische Darstellungen aus der Vergangenheit. So wird untersucht, wie Werbung traditionelle Geschlechterrollen reproduzierte und wie bestimmte Gestaltungselemente eine spezifische Vorstellung von „Swissness“ vermittelten.
Auch exotisierende Bildwelten werden thematisiert, darunter Darstellungen mit rassistischen Inhalten, die heute kritisch eingeordnet und klar als solche benannt werden.
Werbung, Identität und „Swissness“
Grafische Gestaltung ist nie vollkommen neutral. Farben, Schriften, Bilder und Symbole können bestimmte Vorstellungen von Heimat, Zugehörigkeit und Identität vermitteln.
Gerade die Darstellung der Schweiz bietet dafür zahlreiche Beispiele. Die Ausstellung zeigt, wie sich über Jahrzehnte ein visuelles Bild der Schweiz entwickelt hat und welche Rolle Grafikdesigner dabei spielten.
Damit wird Grafik nicht nur als ästhetische Form, sondern auch als kulturelles und gesellschaftliches Ausdrucksmittel verstanden.
Wie entsteht eigentlich Grafikdesign?
Im zweiten Teil wechselt die Perspektive: Statt der Wirkung fertiger Gestaltung steht nun deren Entstehung im Mittelpunkt.
Die Ausstellung erklärt, welche gestalterischen Mittel und handwerklichen Prozesse hinter unterschiedlichen Formen visueller Kommunikation stehen. Von der Plakatgestaltung über Logos und Typografie bis zu Briefmarken und Ausstellungsgrafik reicht das Spektrum.
Besucherinnen und Besucher erhalten dadurch Einblicke in die Arbeit von Gestalter und in die zahlreichen Entscheidungen, die notwendig sind, bis aus einer Idee eine fertige grafische Arbeit entsteht.
Interaktiv Grafik gestalten
Die Ausstellung lädt nicht nur zum Betrachten ein. Interaktive Stationen ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, selbst gestalterisch tätig zu werden.
Dabei lässt sich unmittelbar erfahren, wie Schrift, Bild, Farbe und Form miteinander wirken und welche Entscheidungen die Wahrnehmung einer Botschaft beeinflussen.
So wird anschaulich, dass Grafikdesign weit mehr ist als dekorative Gestaltung: Es verbindet Kreativität, Handwerk, Kommunikation und gesellschaftliche Verantwortung.
Grafik zwischen Vergangenheit und Zukunft
„Grafik – Visuelle Gestaltung im Alltag“ spannt einen Bogen von historischen Beispielen bis zu aktuellen Fragen der visuellen Kommunikation.
Die Ausstellung zeigt, wie Grafikdesign gestern und heute unseren Alltag prägt – und lädt gleichzeitig dazu ein, darüber nachzudenken, welche Rolle visuelle Gestaltung künftig spielen wird.
Denn ob Werbung, Markenauftritt, politische Kommunikation oder digitale Medien: Grafik beeinflusst, was wir sehen, wie wir etwas einordnen und welche Botschaften wir wahrnehmen.
Mehr unter: www.landesmuseum.ch/grafik






