Klimawandel, Cyberangriffe, bewaffnete Konflikte – globale Krisen bedrohen nicht nur physisches Kulturgut, sondern zunehmend auch digitale Bestände. Die EDV-Tage 2026 suchen nach praxisnahen Antworten auf eine der drängendsten Fragen der Kulturerbepflege.
Neue Bedrohungslagen, neue Dringlichkeit
Museen und Archive waren schon immer Orte der Bewahrung – doch die Gefährdungslagen, mit denen sie heute konfrontiert sind, haben sich grundlegend verändert. Extremwetterereignisse durch den Klimawandel, zunehmende Cyberangriffe auf öffentliche Institutionen und die Risiken bewaffneter Konflikte setzen Kulturgut bewahrender Einrichtungen weltweit unter wachsenden Handlungsdruck. Die EDV-Tage 2026 nehmen diese Herausforderungen in den Fokus – unter dem Leitthema: „Museen und Archive in Krisenzeiten. Kulturgut bewahren – Daten sichern.”
Digitales Erbe als unterschätztes Risiko
Was lange als selbstverständlich galt, ist es längst nicht mehr: Auch digitale Bestände sind gefährdet. Digitale Repräsentationen physischer Objekte, genuin digitale Unterlagen – sogenannte born digitals – und digitale Metainformationen können durch Systemausfälle, Hackerangriffe oder schlichte Obsoleszenz von Dateiformaten unwiederbringlich verloren gehen. Die Tagung macht deutlich, dass Datensouveränität und digitales Risikomanagement heute ebenso zentrale Aufgaben von Kulturinstitutionen sind wie die konservatorische Pflege ihrer physischen Bestände.
Die unbequeme Frage: Was, wenn nicht alles gerettet werden kann?
Im Mittelpunkt der Tagung steht eine Frage, die in der Kulturerbepflege lange vermieden wurde: Was passiert, wenn im Ernstfall nicht alles bewahrt werden kann? Notfallplanung und Priorisierung von Beständen sind keine theoretischen Übungen mehr, sondern praktische Notwendigkeiten. Die EDV-Tage wollen praxisnahe Wege aufzeigen, wie Museen und Archive Krisen- und Notfallpläne entwickeln – auch und gerade angesichts diffuser, schwer vorhersehbarer Gefährdungslagen.
Von der Risikoanalyse zur institutionellen Resilienz
Die Beiträge der Tagung decken ein breites Spektrum ab: Dokumentation und Datenmanagement, IT-Betrieb und digitale Zugänglichmachung, institutionelle Resilienz sowie Perspektiven aus Risikoanalyse und Versicherungswesen. Ziel ist es, Kulturinstitutionen konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie auch unter unsicheren Bedingungen handlungsfähig bleiben – und ihr digitales wie physisches Kulturerbe nachhaltig sichern können.
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