Während die Liebermann-Villa im Winterschlaf zu liegen scheint, herrscht im Garten bereits reges Treiben. Sven Lieberenz, der Gärtner der Liebermann-Villa, erklärt, warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt für den Schnitt von Apfelbäumen und Quitten ist und worauf Hobbygärtner achten sollten.
Berlin. Trotz Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt ist die Winterzeit in der historischen Villa am Wannsee keineswegs eine Ruhephase für die Gartenpflege. Bei bis zu -5 Grad Celsius widmet sich das Team aktuell dem Schnitt des Kernobstes, um die Bäume auf das bevorstehende Frühjahr vorzubereiten.
Praxis-Tipps vom Experten: Kernobst richtig schneiden
Für Sven Lieberenz ist eine Regel beim Obstbaumschnitt elementar: „Nicht schneiden ist schlechter als falsch schneiden“. Um die Bäume in Form zu halten und gesundes Wachstum zu fördern, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Leitast zuerst: Der stärkste und am weitesten reichende Ast bildet das Gerüst und wird zuerst bearbeitet.
- Wachstum nach außen: Schnitte sollten immer an einem Auge (Knospe) erfolgen, das nach außen zeigt. So wird verhindert, dass die Krone zu dicht wird.
- Licht und Luft: Äste, die nach innen wachsen oder zu dicht stehen, müssen konsequent entfernt werden. Eine „luftige“ Krone verhindert im Sommer eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Bauminneren und beugt Pilzerkrankungen wie der Monilia vor.
Erste Frühlingsboten im Schnee
Obwohl der Garten derzeit noch unter einer Schneedecke liegt, zeigt sich der Vorfrühling bereits an geschützten Stellen. Die Christrosen stehen bereits in voller Blüte. Sobald die Temperaturen steigen, dienen sie als eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen für Bienen.
Der fachgerechte Schnitt im Winter legt den Grundstein für die sommerliche Pracht im Garten von Max Liebermann, der dem Künstler zeitlebens als eine seiner wichtigsten Motivquellen diente.
Mehr unter: liebermann-villa.de





