Verborgene Moderne – Faszination des Okkulten um 1900 von 04.09.2025–18.01.2026 im Leopold Museum

Mit der Ausstellung „Verborgene Moderne“ widmet sich das Leopold Museum Wien erstmals in einer umfassenden Überblicksschau der okkulten Strömung um 1900, die Kunst, Literatur und Lebensreform tiefgreifend beeinflusste.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wuchs die Kritik am Materialismus der industrialisierten Gesellschaft. Künstler:innen, Intellektuelle und Reformer:innen suchten nach neuen Formen eines naturverbundenen Lebens. Begeisterung für Nietzsche und Richard Wagners Parsifal, die Gründung von Landkommunen wie durch Karl Wilhelm Diefenbach, vegetarische Stammtische und theosophische Kreise prägen diese Epoche ebenso wie spiritistische Praktiken und Experimente mit Trancezuständen.

Die Ausstellung zeigt, wie sich diese spirituellen Strömungen in der Kunst niederschlugen: von den Wiener Secessionisten mit ihrem Streben nach einem Gesamtkunstwerk über mediumistische Zeichnungen von Gertrude Honzatko-Mediz bis hin zu düsteren Visionen August Strindbergs. Auch Edvard Munch, Richard Gerstl, Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Max Oppenheimer verstanden ihre Modelle als auratische Erscheinungen, während die Verbindung von moderner Psychologie und esoterischem Denken neue Bildsprachen eröffnete.

Zugleich wird der Einfluss des okkultistischen Schrifttums auf die Entstehung der abstrakten Malerei beleuchtet. „Verborgene Moderne“ betrachtet diese Suche nach dem „Neuen Menschen“ nicht nur als Faszination, sondern auch kritisch – und fragt nach Parallelen zu heutigen Sehnsüchten und Gefahren magischen Denkens.

Mehr unter: www.leopoldmuseum.org

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