UPERFLUX, 2009 von Anab Jain und Jon Ardern gegründet, ist bekannt für seine mutigen Szenarien. Mit dem Begriff „Craftocene“ (Craftozän) setzen sie einen hoffnungsvollen Gegenentwurf zum Anthropozän – dem Zeitalter, in dem der Mensch die Erde unwiederbringlich gezeichnet hat.
Drei Säulen einer neuen Welt
Die Ausstellung präsentiert drei zentrale Arbeiten von SUPERFLUX, die ökologische Imagination mit technologischer Forschung verweben:
- Refuge for Resurgence: Eine multispezies-Tafelrunde, an der Menschen, Tiere und Pilze gleichermaßen Platz finden. Es ist eine Vision des Zusammenlebens nach dem ökologischen Kollaps.
- Nobody Told Me Rivers Dream: Eine poetische Auseinandersetzung mit Wasserstraßen und deren verborgenen Sehnsüchten, die uns auffordert, Flüsse als lebendige Wesen mit Rechten zu begreifen.
- Relics of Abundance: Diese eigens für Wien entwickelte Installation stellt die Frage, was wir als „Überreste des Überflusses“ an nachfolgende Generationen weitergeben werden.
Der Dialog mit der Vergangenheit
Das Besondere an der Wiener Schau: Die zukunftsgerichteten Installationen von SUPERFLUX treten in einen direkten Dialog mit den historischen Sammlungen des Weltmuseums.
- Globales Handwerk: Durch die Gegenüberstellung mit ethnografischen Objekten wird deutlich, dass das Wissen über nachhaltiges Schaffen („Craft“) schon immer Teil menschlicher Kulturen war.
- Neubewertung: Objekte, die einst als „primitiv“ oder „traditionell“ galten, werden im Craftozän zu Überlebensstrategien für eine technisierte Welt, die ihre Erdung verloren hat.
Spekulatives Design als Handlungsanweisung
Für SUPERFLUX ist Design kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um das Undenkbare greifbar zu machen. Das Craftozän ist keine ferne Utopie, sondern ein Plädoyer für eine radikale Neupositionierung: weg von der Ausbeutung, hin zur Reparatur und zur Wertschätzung von Material und Kreislauf.
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