Warum baute die SED 1961 eine Mauer um die eigene Bevölkerung? Und was ist davon geblieben? In der neuen Folge “Orte Ost” des DDR-Museums führt der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk zu bekannten und vergessenen Orten der deutschen Teilung.
Berlin im Kalten Krieg: Eine Stadt wird zur Weltbühne
Die neue Folge von “Orte Ost” widmet sich einem der prägendsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte: dem Bau der Berliner Mauer in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961. Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk erklärt, warum Berlin im Kalten Krieg zum Zentrum der Weltpolitik wurde – und warum West-Berlin für die DDR-Führung ein dauerhaft ungelöstes Problem darstellte.
Warum die Mauer gebaut wurde
Die Antwort liegt in den Zahlen: Hunderttausende DDR-Bürgerinnen und -Bürger verließen die Republik in Richtung Westen – viele von ihnen über West-Berlin, das bis 1961 noch vergleichsweise offen erreichbar war. Um die Massenflucht zu stoppen, entschied die SED-Führung, die innerdeutsche Grenze endgültig abzuriegeln. In der Nacht des 13. August wurden Verkehrswege unterbrochen, Stacheldraht gezogen, Blockaden errichtet. Was folgte, war die Trennung von Millionen Menschen von ihren Familien, Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen – von ihrem gesamten bisherigen Alltag.
Die Bernauer Straße und ein verschwundenes Dorf
Die dramatischen Szenen an der Bernauer Straße gingen damals um die Welt – Menschen, die aus Fenstern sprangen, Grenzsoldaten, die überliefen, Familien, die durch Stacheldraht getrennt wurden. Die Folge zeigt aber auch weniger bekannte Schauplätze. Am Beispiel des verschwundenen Dorfes Osdorf, einem Lost Place am südlichen Stadtrand Berlins, schildert Historikerin Dr. Liza Soutschek, wie tief der Mauerbau in das Leben der Menschen tatsächlich eingriff – bis zur vollständigen Auslöschung ganzer Orte.
Was bleibt? Erinnerung an die Opfer des Grenzregimes
Nach dem Mauerfall stellte sich die Frage: Was bleibt von diesem Bauwerk, das einst als Symbol der SED-Diktatur stand? Wie erinnern wir heute an die Opfer des Grenzregimes und dessen Folgen – die Todesschüsse, die Verhaftungen, die zerstörten Biografien? Die Folge sucht nach Antworten an Orten, die noch sichtbar sind, und an solchen, die längst verschwunden scheinen.
„Orte Ost”: DDR-Geschichte lebendig erzählt
„Orte Ost” ist die Filmreihe des DDR Museums über ostdeutsche Schauplätze, deren Geschichte bis heute nachwirkt. Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk führt durch Lost Places, Erinnerungs- und Zukunftsorte und verbindet historische Einordnung mit aktuellen Entwicklungen und persönlichen Erinnerungen. Die Reihe erscheint regelmäßig auf dem YouTube-Kanal des DDR Museums.
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