Nach drei Jahren Restaurierung und mit Gojko Mitić als Taufpaten: Eine fast hundertjährige Kostümfigur der Blackfoot-Frau hat im Karl-May-Museum in Radebeul einen neuen Namen – und eine neue Geschichte bekommen.
Eine Dame kehrt zurück
Am 22. August 2026 war es soweit: Die historische Kostümfigur einer Blackfoot-Frau kehrte nach drei Jahren aufwendiger Restaurierung in die Villa Bärenfett des Karl-May-Museums zurück. Die fast hundertjährige Figur erstrahlt in neuem Gewand – und trägt nun einen Namen: Sitopanaki. Taufpate war kein Geringerer als Gojko Mitić, der Schauspieler, der Generationen von DDR-Kindern als „Chefindianer” der DEFA-Filme in Erinnerung geblieben ist.
Gojko Mitić: Taufpate mit persönlichem Einsatz
Dass Mitić bei diesem Ereignis dabei war, ist kein Zufall – er hatte die Restaurierung der Figur aktiv mitermöglicht. Bei einer Lesetour warb er persönlich Spenden für das Projekt ein und setzte sich damit für den Erhalt eines Stücks ostdeutscher Kulturgeschichte ein. Mit der Taufe schloss sich nun ein Kreis.
Ein Name mit Bedeutung
Der gewählte Name Sitopanaki ist dabei alles andere als beliebig. In Liselotte Welskopf-Henrichs berühmtem Roman „Die Söhne der großen Bärin” – und dem gleichnamigen DEFA-Film – ist Sitopanaki die junge Frau des Blackfoot-Volkes und Gefährtin des Lakota-Kriegers Tokei-ihto. Eben jene Rolle, die Gojko Mitić zum Star machte. Mit der Namenswahl verbindet sich die restaurierte Figur unmittelbar mit der Filmgeschichte der DDR und dem Werk der Schriftstellerin Welskopf-Henrich.
Zwei Erzählwelten, eine Taufe
Dass diese Taufe im Karl-May-Museum stattfand, hat eine besondere Qualität. Das Museum ist eigentlich dem sächsischen Abenteuerschriftsteller Karl May gewidmet – einem Autor, der selbst nie in Nordamerika war und dennoch Millionen Leserinnen und Lesern die Welt der indigenen Völker Nordamerikas näherbrachte. Liselotte Welskopf-Henrich tat dasselbe, mit einer ganz eigenen, stärker historisch fundierten Handschrift und aus der Perspektive der DDR-Literatur. Mit der Taufe Sitopanakis brachte Gojko Mitić beide Erzählwelten symbolisch zusammen – ein Moment, der mehr ist als eine museale Randnotiz.
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