Beethoven trifft Warhol: Eine Begegnung im Beethoven-Haus Bonn

Zum Doppeljubiläum 2027 beleuchtet das Beethoven-Haus erstmals die Entstehungsgeschichte von Warhols ikonischen Beethoven-Porträts – mit über 100 Objekten, unveröffentlichten Werken und einem Kapitel Bonner Kulturgeschichte.

Andy Warhol, Beethoven, 1987 (Polaroid taken at the Warhol factory; TP
41/72; Synthetic polymer paint on HMP paper), Original artwork and image details © 2026 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. /
Licensed by Artists Rights Society (ARS).

Ein Gedenkjahr, zwei Ausnahmekünstler

2027 jähren sich zwei bedeutende Todestage: Ludwig van Beethoven starb am 26. März 1827, Andy Warhol am 22. Februar 1987. Zum 200. beziehungsweise 40. Jahrestag vereint das Beethoven-Haus Bonn beide Künstler in der Sonderausstellung „Beethoven by Warhol” – vom 9. September 2026 bis 5. April 2027 in der Bonngasse 20. Eine Begegnung zwischen Wiener Klassik und New Yorker Pop-Art, die näher beieinander liegt, als man denkt.

Warhols letzte Werke – und ihre Bonner Wurzeln

Portrait-GemäldeLudwig van Beethoven. Beethoven hält in der linken Hand ein Heft mit Notenpapier, in der rechten Hand eine Schreibfeder. Er Blickt über das Blatt in die Ferne. Der Hintergrund ist dunkler grüner Wald.
Von Karl Joseph Stieler – web.archive.org/web/20160623080009, Gemeinfrei

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das vierteilige Siebdruck-Portfolio BEETHOVEN, das Andy Warhol unmittelbar vor seinem plötzlichen Tod im Februar 1987 vollendete. Es zählt zu seinen letzten druckgrafischen Arbeiten, beschließt seinen Werkkomplex der Auftragsporträts – und gilt zugleich als Ikone der Beethoven-Rezeption des 20. Jahrhunderts. Was bislang kaum bekannt war: Die motivischen Vorlagen, Abbildungen des berühmten Beethoven-Porträts von Joseph Karl Stieler und des Autographs der Mondscheinsonate, stammen aus dem Beethoven-Haus selbst.

Erstmals: Die vollständige Entstehungsgeschichte

Auf Basis intensiver Recherchen zeigt die Ausstellung erstmals den mehrjährigen kreativen Prozess von den ersten Ideen bis zum fertigen Portfolio. Zu den Highlights gehören bislang unveröffentlichte Arbeiten Warhols auf Papier und Leinwand, Trial Proofs sowie zahlreiche Ephemera aus dem Entstehungskontext – Fotos, Einladungskarten, Poster. Mehr als 100 Objekte aus regionalen und internationalen Sammlungen machen die Schau zur bislang umfassendsten Auseinandersetzung mit diesem Werkzusammenhang.

Warhol und Bonn: Eine wenig bekannte Verbindung

Die Ausstellung beleuchtet auch ein prägendes kulturgeschichtliches Kapitel der Bundeshauptstadt der Bonner Republik. Der Bonner Galerist Hermann Wünsche holte den Pop-Art-Pionier seit den 1970er-Jahren mehrfach ins Rheinland. Die Beethoven-Porträts wurden im Rahmen der 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn 1989 in der Beethovenhalle erstmals öffentlich vorgestellt. Weitere Schwerpunkte der Schau sind Schallplatten-Cover, die Warhol gestaltet hat, und seine Zusammenarbeit mit Wünsche.

Schirmherr Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Wolfram Weimer, der sie als „wunderbaren Auftakt für das Beethoven-Gedenkjahr 2027″ bezeichnet. Gefördert wird sie vom Beauftragten für Kultur und Medien sowie der Gielen-Leyendecker-Stiftung. Museumsdirektor Malte Boecker betont: „Warhols Beethoven-Porträts kennt fast jeder, doch ihre Bezüge zu Bonn, zum Beethoven-Haus und zu Warhols Gesamtwerk wurden noch nie so recht beleuchtet.”

Mehr unter: www.beethoven.de

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