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Die NSU-Morde und die Medien – Lesung und Gespräch

29. Mai | 19:00

Im Rahmen der Ausstellung „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ der Fotografin Regina Schmeken lädt das Altonaer Museum am Freitag, den 29. Mai 2026, zu einer besonderen Abendveranstaltung ein. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Juli 2026 zu sehen und setzt sich eindringlich mit den Tatorten des rechtsterroristischen Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) auseinander.

Im Zentrum des Abends stehen eine Lesung sowie ein anschließendes Gespräch über mediale Verantwortung und die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft auf rechten Terror reagieren sollte.

Annette Ramelsberger: Gerichtsreportage und Aufarbeitung

Die renommierte Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger berichtet seit über zwanzig Jahren für die Süddeutsche Zeitung aus deutschen Gerichtssälen. Sie begleitete über Jahre hinweg den NSU-Prozess und dokumentierte detailliert, wie rechtsterroristische Gewalt und staatliches Versagen juristisch aufgearbeitet wurden.

Neben dem NSU-Komplex berichtete sie auch über den Mord an Walter Lübcke (2019) sowie das rassistisch motivierte Attentat von Anschlag von Hanau.

An diesem Abend liest sie aus ihrem neuen Buch „Am Abgrund“, dessen Titelbild auf eine Fotografie von Regina Schmeken zurückgeht. Ihre Lesung greift zentrale Fragen der Ausstellung auf und richtet den Fokus insbesondere auf die Rolle der Medien:

  • Warum wurde rechtsterroristische Gewalt lange unterschätzt oder falsch eingeordnet?
  • Welche Verantwortung tragen Redaktionen in der Benennung solcher Taten?
  • Wie können Opferperspektiven stärker in den Mittelpunkt rücken?

Seda Başay-Yıldız: Juristischer Kampf und persönliche Bedrohung

Im anschließenden Gespräch trifft Ramelsberger auf die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız. Sie wurde als Vertreterin der Nebenklage für die Familie von Enver Şimşek – dem ersten Mordopfer des NSU – bundesweit bekannt.

Başay-Yıldız steht exemplarisch für den langjährigen Kampf um Aufklärung und Gerechtigkeit. Gleichzeitig wurde sie selbst Ziel rechtsextremer Bedrohungen: Seit 2018 erhielt sie Morddrohungen, unterzeichnet mit „NSU 2.0“, wobei sensible Daten aus Polizeicomputern stammten.

Ihre Perspektive bringt eine zentrale Dimension in das Gespräch ein:

  • den Schutz von Betroffenen und Engagierten
  • strukturelle Defizite staatlicher Institutionen
  • die Notwendigkeit konsequenter Aufarbeitung

Moderation durch Laura Hertreiter

Durch den Abend führt Laura Hertreiter, Leiterin des Feuilletons der Die Zeit. Sie verbindet journalistische Expertise mit kulturpolitischer Einordnung und sorgt für eine strukturierte Diskussion zwischen den Perspektiven von Medien und Recht.

Altonaer Museum

Museumsstraße 23
22765 Hamburg, Hamburg
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