
Überleben im Zelt | Ausstellungseröffnung im Fritz Bauer Forum
5. Mai | 18:00 – 19:30
Zehn Jahre sind vergangen, seit der sogenannte Islamische Staat (IS) die Region Shingal überfiel und einen Völkermord an den Jezîd*innen beging. Doch für Tausende ist die Flucht noch immer nicht zu Ende. Ab dem 5. Mai präsentiert das Fritz Bauer Forum die Ausstellung „Überleben im Zelt“ des Fotografen Alexander Fichtner – eine Dokumentation über das Ausharren in der Ewigkeit.
Alexander Fichtner fängt das Leben im Flüchtlingscamp Sheikhan (Nordirak) ein. Seine Bilder sind keine lauten Katastrophenberichte; sie sind leise, präzise und gerade in ihrer Menschenleere von einer bedrückenden Intimität.
„Ich mache sichtbar, was oft übersehen wird: dass ihre Geschichte auch Jahre später noch weitergeht.“ — Alexander Fichtner
Der historische Kontext: Shingal 2014
Hinter den nüchternen Aufnahmen steht eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte:
- Der Überfall: Am 3. August 2014 begann die systematische Verfolgung der jezîdischen Gemeinschaft.
- Das Ausmaß: 10.000 Männer wurden ermordet oder entführt, 7.000 Frauen versklavt. 400.000 Menschen verloren ihre Heimat.
- Die Gegenwart: Zehn Jahre später ist das „Provisorium Zelt“ für viele zur dauerhaften Lebensrealität geworden.
Ein Abend für Menschlichkeit und Dialog
Die Eröffnung am 5. Mai verspricht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Neben der Leiterin des Forums, Dr. Irmtrud Wojak, wird Alexander Fichtner Einblicke in die Entstehung seiner Arbeiten geben.
In einer Live-Zuschaltung wird Archimandrit Emanuel Youkhana direkt aus der Region über die aktuelle Situation vor Ort berichten und den Fotos eine aktuelle, politische Stimme verleihen. Als Leiter des Hilfswerks CAPNI ist er eine der wichtigsten Stimmen für den Schutz von Minderheiten im Irak.

