Die Vitalität seiner Gartenbilder und Porträts fasziniert bis heute. Evelyn Wöldicke gibt im Interview Einblicke in die Ausstellung „Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ im Museum Barberini und erklärt, warum Liebermanns Kunst weit über die Leinwand hinausreicht.
Was macht die Werke von Max Liebermann auch über ein Jahrhundert später noch so besonders? Für Evelyn Wöldicke ist es vor allem die ungebändigte Lebendigkeit. Mit seinem charakteristischen lockeren Pinselstrich gelang es Liebermann, das pure Leben und echte Bewegung in seinen Bildern einzufangen – ein Stil, der die Menschen damals wie heute unmittelbar anspricht.
Die Villa als emotionaler Erinnerungsort
Die Liebermann-Villa am Wannsee ist weit mehr als nur ein Museum. Sie ist ein Ort, an dem Kunst, Geschichte und persönliches Gedenken aufeinandertreffen. Diese vielschichtige Historie sorgt dafür, dass Besucher oft sehr emotional auf diesen besonderen Ort reagieren.
Kunst als einzige Quelle der Rekonstruktion
Ein faszinierendes Detail der Museumsgeschichte ist die Wiederherstellung des berühmten Gartens. Da aus der Zeit Liebermanns weder schriftliche Pflanzlisten noch detaillierte Gartenpläne existierten, dienten seine Gemälde als einzige Grundlage für die Rekonstruktion.
- Farben und Formen: Anhand der Bilder konnten Experten die Farbigkeit der Rabatten bestimmen und einzelne Pflanzenarten identifizieren.
- Zeitreise in die 1920er: Der heutige Zustand des Gartens basiert vollständig auf der künstlerischen Interpretation des Zustands in den 1920er Jahren, wie ihn Liebermann auf der Leinwand verewigte.
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