Das Kunsthaus Zürich präsentiert mit „Modern Life“ eine kraftvolle Werkschau von Kerry James Marshall. Der US-amerikanische Künstler stellt die westliche Kunstgeschichte auf den Prüfstand und besetzt ihre Räume mit schwarzen Identitäten, Stil und kulturellem Selbstbewusstsein.
Kerry James Marshall versteht sich selbst als „Kind der Kunstgeschichte“. Seine Motivation, Bilder zu malen, entspringt nicht einer isolierten Vision, sondern dem Dialog mit den Werken jener Künstler, die vor ihm kamen und ihn begeisterten.
Kurator*innen und Direktorin zur Ausstellung
Der Barber Shop als Ort der Transformation
In seinen Arbeiten spielt der Barber Shop eine zentrale Rolle – ein Ort, an dem Menschen sich in die beste Version ihrer selbst verwandeln. Marshall nutzt dies für ein cleveres Wortspiel mit der Kunstbewegung „De Stijl“ und Mondrian: Stil ist hier nicht nur Ästhetik, sondern kulturelle Identität.
Stimmen zur Ausstellung
Klassische Motive neu besetzt
Marshalls Umgang mit kunsthistorischen Vorbildern ist ebenso präzise wie innovativ. In seinem Werk „School of Beauty, School of Culture“ finden sich direkte Referenzen an berühmte Meisterwerke:
- Hollbeins Erbe: Er zitiert das berühmte Gemälde „Die Gesandten“ von Hans Holbein dem Jüngeren, indem er ein anamorphes Bild am unteren Bildrand einfügt.
- Vanitas im neuen Kontext: Während das Bild die Funktion eines klassischen Vanitas-Gemäldes erfüllt, ist es in einem Raum angesiedelt, der die lebendige Kultur und die Menschen widerspiegelt, die ihn bewohnen.
Marshall zeigt eindrücklich, wie man die Werkzeuge der Kunstgeschichte nutzen kann, um Räume für Gemeinschaften zu schaffen, die darin allzu lange unsichtbar waren.
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