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Fred Stein – Fotograf, Exilant und Chronist des 20. Jahrhunderts

26. März | 19:00

Seine Porträts von Hannah Arendt oder Albert Einstein sind Teil unseres visuellen Gedächtnisses geworden. Doch wer war der Fotograf, der diese intimen Momente der Weltgeschichte festhielt? Am 26. März 2026 lädt das Jüdische Museum Berlin (JMB) zu einer Buchvorstellung ein, die das bewegte Leben und das facettenreiche Werk von Fred Stein neu beleuchtet.

Fred Stein war weit mehr als ein Auftragsfotograf; er war ein Chronist des Exils und ein scharfsinniger Beobachter des 20. Jahrhunderts. Der Historiker Daniel Siemens präsentiert nun die erste umfassende Biografie dieses Künstlers, dessen Weg ihn 1933 von Dresden über Paris bis nach New York führte.

Vom Juristen zum Augenzeugen des Exils

Steins Karriere begann nicht im Atelier, sondern wurde durch die politische Notwendigkeit erzwungen. Als sozialistischer Jurist musste er unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. In Paris griff er zur Leica-Kamera – damals ein junges, dynamisches Medium – und begann, das Leben auf der Straße und die Köpfe des intellektuellen Widerstands festzuhalten.

Highlights der Veranstaltung

  • Die Biografie: Daniel Siemens zeichnet Steins Weg nach und zeigt auf, wie Flucht und Exil den Blick des Fotografen schärften.
  • Kuratorische Einblicke: Theresia Ziehe, Kuratorin für Fotografie am JMB, gewährt exklusive Einblicke in die Museumssammlung.
  • Das unvollendete Projekt: Ein besonderer Fokus liegt auf dem Projekt „Das war nicht unser Deutschland“. Dieses Fragment gebliebene Werk ist ein tief bewegendes Dokument der Entfremdung und der Suche nach einer verlorenen Identität.

Ein Vermächtnis in Schwarz-Weiß

Das JMB verbindet mit Fred Stein eine lange Geschichte; bereits 2013 widmete das Haus ihm eine große Retrospektive. Die aktuelle Buchvorstellung schließt nun die Lücke zwischen dem bekannten Bildwerk und der oft vergessenen Lebensgeschichte des Mannes hinter der Kamera. Es ist die Geschichte eines Künstlers, der trotz (oder gerade wegen) der Erfahrung von Verlust und Vertreibung Bilder von zeitloser Würde und Präzision schuf.

Wo?

W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin (gegenüber dem Museum)

Jüdisches Museum Berlin

Lindenstraße 9–14
10969 Berlin, Berlin
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