
Thronende Muttergottes
Köln, um 1320/1330
Laubholz, gefasst. 132 × 60 × 33 cm
Erworben 2026 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und von Traute Kirchholtes. Gemeinsames Eigentum mit der Ernst von Siemens
Kunststiftung und dem Städelschen Museums-Verein e.V.
Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz
Es ist eine der bedeutendsten Skulpturenerwerbungen in der Geschichte des Städel Museums: Die „Thronende Muttergottes“ (um 1320/30) ist zurück in ihrem originalen Kontext. Damit findet ein Jahrhundertprojekt seinen krönenden Abschluss – die Zusammenführung eines der wichtigsten Altarwerke des deutschen Mittelalters.
Was lange Zeit getrennt war, ist nun wieder vereint: Die sogenannte Altenberger Madonna thronte ursprünglich im Zentrum des Altarretabels der Klosterkirche Altenberg. Während das Städel Museum die dazugehörigen Gemäldeflügel bereits seit den 1920er-Jahren besitzt, befand sich die Madonna über Jahrzehnte in Privatbesitz und war zuletzt als Leihgabe in München zu sehen. Nun konnte das als „national wertvolles Kulturgut“ geschützte Meisterwerk dauerhaft für Frankfurt gesichert werden.
Ein Juwel der Gotik
Die Altenberger Madonna ist nicht nur aufgrund ihres Alters von rund 700 Jahren außergewöhnlich. Sie gilt als eines der ältesten und bedeutendsten Beispiele der Kölner Bildhauerkunst des 14. Jahrhunderts.
Das Besondere für Besucher und Forschung gleichermaßen:
- Originalzustand: Die Skulptur verfügt über eine hervorragend erhaltene originale Fassung (Bemalung), was für Werke dieser Epoche extrem selten ist.
- Historische Tiefe: Die Gemäldeflügel des Altars stellen die ältesten Zeugnisse deutscher Malerei in der Sammlung des Städel dar.
- Komplettierung: Gemeinsam mit dem Altarschrein (einer Dauerleihgabe aus Schloss Braunfels) bildet die Madonna nun wieder das vollständige, beeindruckende Ensemble, für das sie einst geschaffen wurde.

Altenberger Altar, ca. 1330 mit Thronender Muttergottes, Köln, um 1320/1330
Mischtechnik auf Tannenholz, 153,7 x 243,8 x 6,3 cm
Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz
Kraftakt der Kulturförderung
Dass dieses Werk, das auf der Liste national wertvollen Kulturgutes verzeichnet ist, angekauft werden konnte, ist einem breiten Bündnis zu verdanken. Städel-Direktor Philipp Demandt spricht von einer „lang ersehnten Sternstunde“, die durch die Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie des Städelschen Museums-Vereins ermöglicht wurde.
Ab sofort ist die Altenberger Madonna als neues Herzstück der Mittelalter-Abteilung dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich.
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