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	<title>Tirailleurs HKW &#8211; museumsfernsehen</title>
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		<title>Tirailleurs: Die vergessene Avantgarde der europäischen Befreiung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[museumsfernsehen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 14:39:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haus der Kulturen der Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 1857 mobilisierten europäische Kolonialmächte afrikanische Soldaten – die sogenannten „Tirailleurs&#8221;. Im Dezember 1944 erschoss die französische Armee im Lager Thiaroye bei Dakar senegalesische Veteranen, die ihren ausstehenden Sold gefordert [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit 1857 mobilisierten europäische Kolonialmächte afrikanische Soldaten – die sogenannten „Tirailleurs&#8221;. Im Dezember 1944 erschoss die französische Armee im Lager Thiaroye bei Dakar senegalesische Veteranen, die ihren ausstehenden Sold gefordert hatten. 1988 verarbeitete der senegalesische Regisseur Ousmane Sembène dieses Massaker in seinem Film Camp de Thiaroye – lange Zeit in Frankreich verboten. Anlässlich seiner Ausstellung am HKW Berlin spricht der Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung über die Geschichte der „Tirailleurs&#8221; </strong>–</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer hat Europa 1944/45 wirklich befreit? Während Hollywood die Landung in der Normandie als rein westliches Heldenepos zelebriert, wirft das Haus der Kulturen der Welt (HKW) ab dem 21. März 2026 ein Schlaglicht auf eine verdrängte Wahrheit: Die Mehrheit der Befreier kam nicht aus Europa oder den USA, sondern aus den Kolonien Afrikas, Asiens und Ozeaniens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt <strong>„Tirailleurs: Von Kanonenfutter zu Avantgarde“</strong> bricht das Schweigen über die Rolle der sogenannten „Armee B“ und anderer Kolonialsoldaten, deren Beitrag zur Zerschlagung des NS-Regimes in der offiziellen Geschichtsschreibung – insbesondere in Deutschland – bis heute marginalisiert wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Schatten ins Licht der Geschichte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die nackten Zahlen der Alliierten-Landung in der Provence (August 1944) sprechen eine deutliche Sprache: Von den 250.000 Soldaten waren die meisten afrikanische Tirailleurs. Sie waren es, die Frankreich befreiten, nach Deutschland vorrückten und den Frieden in Europa sicherten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Systematische Marginalisierung:</strong> Nach dem Sieg wurden diese Männer oft um ihren Sold und ihre Anerkennung geprellt. Ihre Geschichte wurde politisch vereinnahmt oder schlicht vergessen.</li>



<li><strong>HKW-Fokus 2026:</strong> Das Programm schließt diese historische Lücke. Es untersucht nicht nur den militärischen Einsatz, sondern auch den Einfluss dieser Soldat*innen auf die Neugestaltung europäischer Institutionen nach 1945.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Künstlerische Re-Vision: 30 Positionen, 14 neue Werke</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung verlässt die rein dokumentarische Ebene und lässt über 30 internationale Künstler*innen zu Wort kommen. Darunter finden sich Stars der zeitgenössischen Szene wie <strong>Kader Attia</strong>, <strong>Pascale Marthine Tayou</strong> und <strong>Barthélémy Toguo</strong>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Auftragsarbeiten:</strong> Vierzehn neue Werke wurden eigens für das HKW geschaffen, um die Geschichte der Tirailleurs in die Gegenwart zu holen.</li>



<li><strong>Multimediale Forschung:</strong> Archivmaterialien treffen auf Forschungsergebnisse globaler Kollektive (u.a. aus Dakar, Tanger und Taipeh).</li>



<li><strong>Filmische Zeugnisse:</strong> Ein begleitendes Filmprogramm (u.a. mit Werken des Pioniers <strong>Ousmane Sembène</strong>) ergänzt die visuelle Analyse.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Ein globales Netzwerk der Erinnerung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Tirailleurs“ ist das Ergebnis einer weltweiten Zusammenarbeit. Von <strong>Alice Yard</strong> in Port of Spain bis zur <strong>Raw Material Company</strong> in Dakar haben Institutionen beigetragen, um die Biografien dieser Soldat*innen zu rekonstruieren. Es ist ein Versuch, die Geschichte der Befreiung Europas als das zu erzählen, was sie war: ein globales Ereignis, getragen von Menschen aus aller Welt, die weit mehr waren als bloßes „Kanonenfutter“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interview &amp; Schnitt: Max Clausen Kamera: Andy Koch &amp; Seline Herzog</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr unter: <a href="https://hkw.de" target="_blank" rel="noopener">hkw.de</a></p>
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