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	<title>PAN Yalda Afsah &#8211; museumsfernsehen</title>
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		<title>Yalda Afsah – Temper im Kunsthaus Hamburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[museumsfernsehen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 07:31:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie entstehen Gemeinschaften durch Rituale – und wann werden aus kollektiven Traditionen Mechanismen von Ausgrenzung, Kontrolle oder Gewalt? Mit ihrer Einzelausstellung „Temper“ im Kunsthaus Hamburg untersucht die Künstlerin Yalda Afsah [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie entstehen Gemeinschaften durch <a href="https://www.museumsfernsehen.de/?s=rituale">Rituale </a>– und wann werden aus kollektiven Traditionen Mechanismen von Ausgrenzung, Kontrolle oder Gewalt? Mit ihrer Einzelausstellung „Temper“ im Kunsthaus Hamburg untersucht die Künstlerin Yalda Afsah das Spannungsverhältnis zwischen Zugehörigkeit, Macht und körperlicher Erfahrung. Erstmals werden ihre drei Filmarbeiten „JARRAMPLAS“, „PAN“ und „HEAT“ gemeinsam präsentiert. Sie führen das Publikum zu Ritualen in Spanien, Bulgarien und Taiwan und zeigen, wie eng Spiritualität, gesellschaftliche Ordnung und kollektive Emotionen miteinander verbunden sein können.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Yalda Afsah im Kunsthaus Hamburg: Rituale als Ausdruck gesellschaftlicher Macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rituale gehören zu den ältesten Formen menschlichen Zusammenlebens. Religiöse Zeremonien, saisonale Feste und traditionelle Übergangsriten schaffen Gemeinschaft, vermitteln kulturelle Identität und strukturieren gesellschaftliche Beziehungen. Doch gemeinschaftsstiftende Praktiken haben auch eine widersprüchliche Seite. Sie können soziale Grenzen festlegen, individuelle Verhaltensweisen regulieren und Formen kollektiver Aggression ermöglichen. Mit diesen Gegensätzen beschäftigt sich die Künstlerin Yalda Afsah in ihrer Ausstellung „Temper“ im Kunsthaus Hamburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Filme untersuchen Rituale als körperliche und soziale Choreografien. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Bewegungen, Handlungen und Reaktionen durch überlieferte Abläufe miteinander verbunden sind. Dabei geht es nicht nur um die dokumentarische Darstellung kultureller Traditionen. Afsah hinterfragt auch die Machtverhältnisse und gesellschaftlichen Regeln, die sich in solchen Praktiken ausdrücken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„JARRAMPLAS“: Kollektive Aggression bei einem Ritual in Spanien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filmarbeit „JARRAMPLAS“ führt in das spanische Bergdorf Piornal in der Region Extremadura. Dort findet alljährlich ein traditionelles Fest statt, bei dem eine maskierte Figur, der sogenannte Jarramplas, durch die Straßen zieht und von den Teilnehmenden mit Rüben beworfen wird. Das Ritual verbindet Elemente eines Volksfestes mit einer körperlich intensiven Form kollektiver Auseinandersetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer filmischen Untersuchung richtet Yalda Afsah den Blick auf das Verhältnis zwischen der maskierten Person, der Menschenmenge und den Zuschauenden. Dabei wird sichtbar, wie sich gemeinschaftliche Begeisterung und Aggression innerhalb eines festgelegten kulturellen Rahmens entfalten können. Der Film wirft Fragen nach den Grenzen zwischen freiwilliger Teilnahme, sozialem Druck und kollektiv ausgeübter Gewalt auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„PAN“: Spiritualität und Körperdisziplin im bulgarischen Rila-Gebirge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „PAN“ beschäftigt sich Afsah mit einer Ritualpraxis im bulgarischen Rila-Gebirge. Die Filmarbeit untersucht das Zusammenspiel von Spiritualität, Körperbewegung und Gemeinschaft. Im Mittelpunkt steht eine kollektive Choreografie, in der individuelle Handlungen Teil eines größeren gemeinschaftlichen Ablaufs werden. Wiederholungen, Bewegungsrhythmen und körperliche Disziplin prägen das Geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die filmische Beobachtung macht deutlich, wie Rituale Zugehörigkeit erzeugen können, indem sie Menschen in gemeinsame Handlungsformen einbinden. Zugleich stellt die Arbeit die Frage, welche Erwartungen und Regeln mit solchen gemeinschaftlichen Erfahrungen verbunden sind. Damit erweitert „PAN“ die Auseinandersetzung mit Ritualen um die Beziehung zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Ordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„HEAT“: Taiwanesisches Handan-Feuerwerksfestival erstmals im institutionellen Kontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngste Arbeit der Künstlerin trägt den Titel „HEAT“ und widmet sich dem Handan-Feuerwerksfestival in Taiwan. Bei dem religiösen Brauch steht eine Person, die den Gott Handan verkörpert, im Mittelpunkt einer Zeremonie, bei der Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe gezündet werden. Das Ritual ist mit Vorstellungen von spiritueller Reinigung, Glauben und Mut verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afsah untersucht die intensive körperliche Erfahrung dieser Zeremonie und die Dynamik zwischen der zentralen Figur und den übrigen Beteiligten. Lichtblitze, explosive Geräusche und die unmittelbare Nähe der Menschen erzeugen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Der Film zeigt, wie religiöse Überzeugungen, körperliche Belastung und kollektive Begeisterung ineinandergreifen. Mit „HEAT“ präsentiert die Künstlerin ihre neueste Filmarbeit erstmals in einem institutionellen Ausstellungskontext.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Filme aus Spanien, Bulgarien und Taiwan im Dialog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Besonderheit von „Temper“ ist die gemeinsame Präsentation der drei Filmarbeiten. Obwohl die untersuchten Rituale aus unterschiedlichen geografischen und kulturellen Zusammenhängen stammen, beschäftigen sie sich mit ähnlichen gesellschaftlichen Fragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen drei Arbeiten stehen gemeinschaftliche Handlungen im Mittelpunkt, bei denen individuelle Körper Teil eines übergeordneten Ablaufs werden. Die Filme zeigen unterschiedliche Formen der Beziehung zwischen Ritual, Zugehörigkeit und Macht. Während „JARRAMPLAS“ die Ambivalenz kollektiver Aggression untersucht, konzentriert sich „PAN“ auf Spiritualität und körperliche Disziplin. „HEAT“ verbindet religiöse Hingabe mit einer intensiven körperlichen Grenzerfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Gegenüberstellung werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede der jeweiligen Praktiken erkennbar. Die Ausstellung lädt dazu ein, Rituale nicht ausschließlich als Ausdruck kultureller Tradition zu betrachten, sondern auch ihre gesellschaftlichen Funktionen kritisch zu hinterfragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Yalda Afsahs künstlerische Perspektive auf Macht und Gemeinschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Yalda Afsah arbeitet mit filmischen Mitteln an der Schnittstelle zwischen dokumentarischer Beobachtung und künstlerischer Untersuchung. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Frage, wie Machtverhältnisse in menschlichen Beziehungen und körperlichen Handlungen sichtbar werden. Dabei nimmt die Künstlerin eine Perspektive ein, die Nähe zu den Beteiligten mit kritischer Distanz verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In „Temper“ richtet sich ihr Interesse insbesondere auf die Momente, in denen gemeinschaftliche Praktiken zwischen freiwilliger Teilnahme, sozialer Erwartung und körperlicher Belastung oszillieren. Die Filme liefern keine einfachen Antworten auf die Frage, ob Rituale Gemeinschaft fördern oder gesellschaftliche Kontrolle verstärken. Stattdessen machen sie sichtbar, dass beide Aspekte gleichzeitig vorhanden sein können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kunsthaus Hamburg zeigt „Temper“ – kuratiert von Anna Nowak</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung wird von Anna Nowak kuratiert. Mit der Präsentation der drei Filme widmet sich das Kunsthaus Hamburg einem Themenkomplex, der sowohl kulturwissenschaftliche als auch gesellschaftspolitische Fragen berührt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen durch gemeinsame Handlungen Zugehörigkeit erfahren und welche Spannungen dabei entstehen können. Dabei steht die körperliche Dimension der Rituale im Vordergrund: Bewegungen, Geräusche, Nähe und intensive Emotionen werden zu wesentlichen Bestandteilen der filmischen Erzählung. „Temper“ zeigt Rituale als gegenwärtige kulturelle Praktiken, in denen Tradition, Identität, Macht und Gemeinschaft auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Yalda Afsah: Deutsch-iranische Künstlerin und Filmemacherin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Yalda Afsah wurde 1983 in Berlin geboren. Sie studierte unter anderem an der Universität der Künste Berlin, an der Burg Giebichenstein in Halle und am California Institute of the Arts. Ihre Arbeiten wurden bei internationalen Filmfestivals und in zahlreichen Kunsteinrichtungen präsentiert. Seit 2025 ist sie Professorin für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Sie lebt und arbeitet in Berlin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yalda Afsah, Temper, Kunsthaus Hamburg 2026, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Video: Lashproduction</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr unter: <a href="https://kunsthaushamburg.de/" target="_blank" rel="noopener">kunsthaushamburg.de/</a></p>
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