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	<title>Glockenbecherkultur Sachsen-Anhalt &#8211; museumsfernsehen</title>
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		<title>Funde aus dem Ringheiligtum Pömmelte erstmals im Landesmuseum Halle zu sehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[museumsfernsehen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 13:11:30 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit der Neugestaltung des Ausstellungsbereichs „Bronzerausch&#8221; präsentiert das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle erstmals Objekte aus einem der bedeutendsten Kultplätze der mitteleuropäischen Frühgeschichte.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Heiligtum am Übergang zweier Welten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vor rund 4.000 Jahren, an der Schwelle zwischen ausgehender Jungsteinzeit und früher Bronzezeit, war Pömmelte in der heutigen Börde ein Ort von außergewöhnlicher Bedeutung. Das Ringheiligtum – ein kreisförmiger Grabenring aus Holzpfählen, der in seiner Struktur an Stonehenge erinnert – diente als Kultplatz, Versammlungsort und vermutlich auch als Schauplatz ritueller Feste. Seit der Neugestaltung des Ausstellungsabschnitts „Bronzerausch&#8221; im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle sind Funde aus diesem archäologischen Ausnahmefundplatz nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Feste, Rituale, Alltagsleben: Was die Funde erzählen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Objekte aus dem Ringheiligtum und der angrenzenden Siedlung von Pömmelte werfen ein eindrückliches Schlaglicht auf das Leben vor vier Jahrtausenden. Sie geben Einblick in Festpraktiken und Rituale, in die Alltagskultur einer Gesellschaft im Umbruch – und in den faszinierenden Übergang von der Aunjetitzer Kultur, die als eine der prägenden Kulturen der frühen Bronzezeit in Mitteleuropa gilt. Keramik, Tierknochen und weitere Grabungsfunde belegen, dass hier nicht nur gebetet, sondern auch gefeiert wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein neuer Glanzpunkt der Dauerausstellung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neugestaltung des Bereichs „Bronzerausch&#8221; macht die Funde aus Pömmelte im Rahmen einer Kurzführung anhand der ausgestellten Exponate erlebbar. Das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle – bekannt als Heimat der Himmelsscheibe von Nebra – ergänzt damit seine Dauerausstellung um einen weiteren archäologischen Höhepunkt, der die Bedeutung Mitteldeutschlands als Zentrum frühgeschichtlicher Kulturen eindrucksvoll unterstreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschenopfer, Mahlsteine und rituelle Versiegelungen: Die rätselhaften Schachtgruben von Pömmelte</h2>



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<p class="wp-block-paragraph">I<strong class="">m jungsteinzeitlichen Ringheiligtum von Pömmelte entdeckten Archäologen 29 bis zu zwei Meter tiefe Schachtgruben im Kreisgraben. Ihre Funde erzählen eine 4.000 Jahre alte Geschichte gewaltsamer Rituale, symbolischer Opfergaben und komplexer Weltbilder – und sind in Europa nahezu einzigartig.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mahlsteine, Keramik und Tierknochen: Opfergaben in die Tiefe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Ausgrabungen am Ringheiligtum Pömmelte stießen die Forscher auf 29 Schachtgruben, die bis zu zwei Meter tief in den Kreisgraben eingetieft waren. Diese Gruben bargen ein faszinierendes Spektrum an Funden: In mehreren Schächten lagen absichtlich deponierte Mahlsteine und komplette Schiebemühlen, teils zerbrochen, teils intakt. In der Schachtgrube Befund 757 etwa lag im untersten Bereich eine komplette Schiebemühle, deren Unterlieger ein großes Eckstück abgeplatzt war – offenbar absichtlich zerbrochen. Darüber hinaus fanden sich Scherben eines weitgehend kompletten Riesenbechers, eines Krugs und weiterer Keramikgefäße. Die Gegenstände waren auf einen zylinderförmigen Behälter aus organischem Material gelegt, der Schaf- und Rinderknochen enthielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Detail: Wenig später wurde der Schacht zur Hälfte mit Kies gefüllt und mit einer Rinderkieferhälfte symbolisch „versiegelt&#8221;. In anderen Gruben erfüllten Mahlsteine dieselbe Versiegelungsfunktion.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschenopfer und gewaltsame Tötungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch dramatischer sind die menschlichen Überreste, die in den Schachtgruben zum Vorschein kamen. Bei der detaillierten Auswertung zweier Schachtgruben fanden sich Skelette bzw. Teilskelette von zwei Individuen, die hineingeworfen worden waren. Spuren von Fesselungen und massiver Gewalteinwirkung deuten eindeutig auf gewaltsame Tötungen hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8220;Ich tendiere dazu, die Frauen und Kinder als Menschenopfer im Zusammenhang mit Ritualgeschehen zu halten&#8221; erklärt dazu Museumsdirektor Harald Meller.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entdeckungen werfen ein neues Licht auf die Nutzung des Heiligtums: Pömmelte war nicht nur ein Ort für Festmahle und Opfergaben, sondern auch Schauplatz grausamer Menschenopfer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Kosmos aus Holz und Erde: Rückschlüsse auf die Ritualpraxis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Funde erlauben tiefgehende Rückschlüsse auf die Vorgänge am Ringheiligtum vor mehr als 4.000 Jahren. Die absichtliche Deponierung der Mahlsteine und Keramik in den Schachtgruben deutet auf sakrale, ideell motivierte Handlungen hin. Die Mahlsteine dienten nicht nur der Zubereitung von Getreidespeisen für Festmahle, sondern besaßen zugleich metaphorischen Charakter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich ist die räumliche Verteilung der Funde: Während die Mahlsteine überwiegend in der Nordosthälfte der Anlage deponiert wurden, fanden sich in der Südwesthälfte – bis auf eine Ausnahme – ausschließlich Steinbeile. Die Archäologen vermuten, dass die Nordosthälfte mit weiblichen Qualitäten, Fruchtbarkeit und Reproduktion assoziiert war, während die Südwesthälfte männlichen Qualitäten zugeordnet wurde. Dies deutet auf eine komplexe, mit den Himmelsrichtungen verbundene Kosmologie hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schachtgruben von Pömmelte sind in dieser Form auf dem europäischen Kontinent bisher einzigartig. Parallelen finden sich erst in den Kultschächten der deutlich späteren späten Bronze- und frühen Eisenzeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Kultort zum Zentralort: Jahrhunderte der Nutzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage wurde nicht nur von einer einzelnen Kultur genutzt. Funde belegen, dass Pömmelte über Jahrhunderte ein Zentralort für verschiedene archäologische Kulturen war – von der Schnurkeramik über die Glockenbecherkultur bis hin zur Aunjetitzer Kultur der frühen Bronzezeit. Teilweise kommen typische Gefäßformen beider Kulturen vergesellschaftet in denselben Gruben vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grabungen im Umfeld der Anlage brachten zudem die bislang größte bekannte frühbronzezeitliche Siedlung Europas mit über 100 Hausgrundrissen zutage – ein weiterer Beleg für die herausragende Bedeutung des Ortes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis:</strong> Die Funde sind im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) zu sehen, unter anderem im neu gestalteten Abschnitt „Bronzerausch&#8221; der Dauerausstellung. In der Reihe „<a href="https://www.museumsfernsehen.de/?s=Museum+exklusiv">Museum exklusiv</a>&#8221; erläutert Museumsdirektor Harald Meller die Hintergründe anhand der Exponate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Thomas Claus Medienproduktion im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, 2026. &#8220;Archaeofilm&#8221; ist eine geschützte Wort-Bild-Marke des Landes Sachsen-Anhalt (LDA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regie: Thomas Claus<br>Bildgestaltung: Felix Greif<br>Filmeditor: Alexander Woltexinger<br>Titelgrafik: Oliver Thomas<br>Ton: Tobias Engelhard<br>Bildrecherche: Dr. Anja Lochner-Rechta<br>Projektkoordination: Dr. Tomoko Emmerling</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr unter: <a href="https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/" target="_blank" rel="noopener">www.landesmuseum-vorgeschichte.de/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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