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	<title>Frauenquote &#8211; museumsfernsehen</title>
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		<title>Philosophie in der Kunsthalle Lingen: Tina Sanders:  Girl Bosses. Zur Frauenquote als Ideologie</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 04:58:36 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen fordern im deutschsprachigen Raum ihre Verschärfung, in einigen europäischen Ländern, inklusive Österreich, gilt sie bereits für Vorstände und/oder Aufsichtsräte privater Unternehmen, öffentliche Institutionen sind zu ihrer Umsetzung ob der Gesetze zu gender mainstreaming bereits seit Jahren verpflichtet: die Frauenquote und ihre Befürwortung gelten als dem feministischen common sense zugehörig. Großes Potential zur Gesellschaftsveränderung und Frauenförderung wird ihr im Rahmen des Diskurses zugesprochen: So soll sie sowohl dem Arbeitsklima in Unternehmen als auch deren Gewinn sehr zuträglich sein, eine Vorbildwirkung auf Mädchen und junge Frauen ausüben, die zur Reproduktion der Klasse(ninteressen) sozialisiert werden indem sie der feministischen Selbstverwirklichung als girl bosses nachgehen. Außerdem wird ihr im Hinblick auf die Präsenz von Frauen in der Führungsriege ein Normalisierungseffekt bei den vor allem männlichen Kollegen nachgesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Status Quo zementierende, jedoch gleichberechtigte Teilhabe, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit sollen so erzielt werden. Abbau des Patriarchats: Ja! Das Umwerfen kapitalistischer Verhältnisse: Fehlanzeige! Es wird also dargelegt, dass im Spätkapitalismus die Frauenquote als ein Bindeglied in der unheiligen Allianz zwischen Kapital und Feminismus fungiert. Außerdem soll gezeigt werden, dass die Frauenquote – im Gegensatz zur stets betonten Orientierung am(weiblichen) Allgemeinwohl – mehr den Klasseninteressen der herrschenden Klassen dienlich ist als dem Großteil der weiblichen Arbeitnehmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tina Sanders ist Politologin und Soziologin und lebt in Leipzig. Sie beschäftigt sich mit Antisemitismus und Frauenrechten im internationalen Kontext sowie der Kritik von Kapitalismus, Islam und Identitätspolitik. Ihre Artikel sind bisher u.a. in der versorgerin, Jungle World, dem ND und Platypus Review erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr unter: <a href="https://www.kunsthallelingen.de/" target="_blank" rel="noopener">www.kunsthallelingen.de</a></p>
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