Dem Germanischen Nationalmuseum (GNM) ist ein kunsthistorischer Coup gelungen: Der Erwerb eines monumentalen Silberreliefs von Luigi Valadier markiert einen Meilenstein für die Sammlung des späten 18. Jahrhunderts. Das Werk gilt als technisches Meisterstück und war über lange Zeit von der Bildfläche verschwunden.
s ist ein Objekt, das bereits aus großer Distanz eine enorme Strahlkraft entwickelt. Das Germanische Nationalmuseum präsentiert mit der „Pietà“ von Luigi Valadier ein Meisterwerk der römischen Goldschmiedekunst, das 1786 nach Bayern gelangte und dessen Verbleib über viele Jahre ungewiss war. Für das Haus ist der Ankauf eine Sensation, die die Sammlung europaweit neu positioniert.
Ein Meisterwerk aus der führenden Werkstatt Europas
Luigi Valadier betrieb im 18. Jahrhundert die international führende Metallwerkstatt in Rom. Das nun erworbene, 84 Zentimeter hohe Silberrelief zeigt eine Pietà-Darstellung von höchster handwerklicher Präzision. Das Besondere ist die Gusstechnik: Das Relief wurde in mehreren Teilen gegossen, was zur damaligen Zeit eine massive technische Herausforderung darstellte.
Die Komposition wird durch eine prunkvolle Materialvielfalt ergänzt. Der Rahmen besteht aus edelsten Stoffen wie:
- Vergoldeter Bronze und kostbarem Porphyr
- Feinste Mosaiksteine
- Vier zusätzliche, in Silber gegossene Engelsfiguren als äußere Einfassung
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Oberflächenerhaltung. Die feine Gießstruktur und die detaillierte Nachbearbeitung lassen Silber fast wie menschliche Haut wirken – ein Detailreichtum, der laut Expertenmeinung in dieser Epoche von keiner anderen Werkstatt erreicht wurde.
Ein zweijähriger Prozess bis zur Rückkehr
Der Weg des Reliefs ins GNM war langwierig. Rund zwei Jahre vergingen vom Erstkontakt über die Kunstberatung bis zur tatsächlichen Ankunft im Museum. Um die Finanzierung für dieses hochkarätige Objekt zu sichern, stützte sich das Museum auf die Expertise von sechs international renommierten Gutachtern für Goldschmiedekunst.
Ermöglicht wurde der Ankauf durch einen Zusammenschluss namhafter Förderer. Zu den Geldgebern zählen die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Kulturstiftung der Länder sowie die Rudolf-August Oetker Stiftung und weitere private Spender.
Mit diesem „wiederentdeckten Meisterwerk“ sichert das GNM ein zentrales Stück europäischer Kunstgeschichte für die Zukunft und macht es erstmals seit langem wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich.
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