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Tauschwerte – Wem gehört die Kunst? STUDIO BONN in der Bundeskunsthalle

20. November | 19:00 20:00

Was verbindet die Fürstenporträts der Renaissance mit digitaler Kunst und NFTs? Wie unterscheiden sich Formen des Sammelns je nach Gesellschaftsform? Wie fordern dezentrale Kollektive die Museen heraus, und welche neuen Kunstbegriffe werden dadurch denkbar? Ist die Anhäufung von Kunstschätzen noch zeitgemäß? Darüber diskutiert Studio Bonn-Moderator Kolja Reichert mit dem Direktor der Uffizien Eike Schmidt, dem Künstler Harm van den Dorpel und der Kuratorin und Kunsthochschulleiterin Chus Martínez.

Als Direktor der Uffizien in Florenz verwaltet Eike Schmidt die Ursprünge privaten Kunstsammelns. Während des NFT-Booms im Frühjahr 2021 verkauften auch die Uffizien eine digitale Kopie von Michelangelos „Tondo Doni“. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ äußerte Schmidt jüngst, „dass sich schon sehr bald die weitaus interessanteren Dialoge nicht in Museen oder Galerien, sondern im Metaverse abspielen werden“.

Harm van den Dorpel beschäftigt sich seit Jahren mit Eigentumszertifikaten für digitale Kunst. Kürzlich verkaufte er alle Werke der von ihm gegründeten „Left Gallery“ aus und sicherte damit sich und Künstlerkolleginnen unverhoffte Einkommen. Aktuell berät er eine Gruppe niederländischer Sammlerinnen, deren Sammlungen ins 17. Jahrhundert zurückreichen, hinsichtlich der Möglichkeiten Blockchain-basierter DAOs (Dezentraler Autonomer Organisationen).

Chus Martínez leitete die kuratorischen Abteilungen der Documenta 13, des MACBA Barcelona und des Museo del Barrio, New York. Als Autorin und Kuratorin, unter anderem des Ocean Space der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, knüpft sie produktive Konstellationen zwischen allen Akteurinnen der Kunst, von Künstlerinnen über Wissenschaftlerinnen zu Sammlerinnen. Als Leiterin des Instituts Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel begleitet Martínez die nächste Generation von Künstler*innen auf der Suche nach den theoretischen und praktischen Werkzeugen für eine sich radikal verändernde Kunstwelt.

„Wem gehört die Kunst?“ ist das zweite Studio Bonn des Themenzyklus „Tauschwerte“, der im Juli mit „Krypto-Kapitalismus“ mit Hito Steyerl, Joseph Vogl und Ville Haimala begann. Mit „Tauschwerte“ fragt Studio Bonn, was in der Gesellschaft warum welchen Wert hat und wie sich die Dynamiken der Wertbildung geändert haben. Insbesondere geht es um die Chancen der Blockchain-Technologie für neue Modelle der Teilhabe.

Abbildungen © Le Gallerie degli Uffizi, Florenz

Mehr unter: www.bundeskunsthalle.de