Die Linie als Grenze und Verbindung: Insights aus der Heidi Horten Collection

In der aktuellen Ausstellung „Die Linie“ beleuchtet die Heidi Horten Collection in Wien die Ambivalenz von Linien in der zeitgenössischen Kunst. Von der tödlichen Grenze im Mittelmeer bis zum verbindenden roten Faden der Dankbarkeit – die Schau zeigt, wie Linien unsere Gesellschaft sowohl spalten als auch einen können.

In der aktuellen Folge der Video-Serie Insights spricht Kuratorin Annkathrin Weber über die Linie als künstlerisches Medium, das Gegensätze vereint.

Linien sind weit mehr als grafische Elemente. In der zeitgenössischen Kunst fungieren sie als Symbole für Abschottung und Sicherheit, aber auch als Netzwerke menschlicher Beziehungen. Das Museum gibt nun Einblicke in zwei zentrale Positionen der Ausstellung, die sich mit diesen gegensätzlichen Polen befassen.

Kiluanji Kia Henda: Die Schönheit des Gitters als tödliche Barriere

Der Künstler Kiluanji Kia Henda thematisiert in seinen Fotografien die harten Grenzen der Migration. Er fotografiert das Mittelmeer von der italienischen Küste aus und legt ornamentale Gitterstrukturen darüber. Diese Gitter entnimmt er Zäunen aus seiner Heimatstadt Luanda. Was dort als Zeichen von Schutz und Sicherheit dient, wird in seinem Werk zum Symbol der Ausgrenzung. Henda verwandelt das Mittelmeer so in einen Raum der Angst und macht die tödliche Grenze zwischen Afrika und Europa sichtbar.

Chiharu Shiota: Das Netzwerk der Dankbarkeit

Im krassen Gegensatz dazu steht die ortsspezifische Installation „Letters of Thanks“ der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota. Für Shiota sind alle Menschen durch unsichtbare Linien miteinander verbunden.

  • Kollektive Erinnerung: Über Monate hinweg sammelte das Museum Briefe der Dankbarkeit von Besucherinnen und Besuchern.
  • Rote Fäden: Shiota spannt tausende rote Fäden durch den Raum, an denen die Briefe befestigt sind, als würden sie fliegen.
  • Universelles Bedürfnis: Die Installation schafft einen Raum der kollektiven Erinnerung. Trotz der Individualität jedes einzelnen Briefes zeigen sie in ihrer Gesamtheit das universelle menschliche Bedürfnis nach Nähe und Verbindung.

Die Ausstellung „Die Linie“ lädt dazu ein, die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen unserer Welt neu zu hinterfragen und die verbindende Kraft der Kunst zu erleben.

Mehr unter: hortencollection.com

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

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